Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag in Hanau zum 6. Mal. In den nächsten Wochen ergänzen wir weitere Infos zu den einzelnen Tagen und Veranstaltungen.
Das Material aus den letzten Jahrestagen findet ihr in den Beiträgen zu den Jahrestagen im Archiv.
Hanau ist überall: Auch zum 6. Jahrestag des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 rufen wir bundesweit zu dezentralen und vielfältigen Gedenk- und Solidaritätsaktionen auf. Für die Demonstrationen und Kundgebung stellen wir auch dieses Jahr wieder Audiobeiträge der Angehörigen zur Verfügung.
Um auf die Liste aufgenommen zu werden schreibt einfach eine Mail an:
ueberall@saytheirnames-hanau.org
In Hanau und Frankfurt findet im Kontext des Jahrestages folgendes statt:
03.02.2026 & 12.02.2026 | 16–20 Uhr
📍 Hanau, Krämerstraße 24
Rundgang im neu gestalteten Raum und Austausch bei Tee & Kaffee
09.02.2026 | 19 Uhr Einlass | 19.30 Uhr Beginn
📍 Frankfurt am Main, SCHIRN, Gabriel-Riesser-Weg 3
Lecture Performance „Say Their Names!“ mit Senthuran Varatharajah, Musik: Tayfun Guttstadt
10.02.2026 | 16 Uhr
📍 Frankfurt am Main, Goethe-Universität
Podiumsgespräch & Theateraufführung „And now Hanau“
14.02. 2026 | ab 17 Uhr
📍 Hanau, Krämerstraße 24
In Erinnerung vereint – 6 Jahre nach dem 19. Februar
Gedenkveranstaltung in der Initiative 19. Februar Hanau
19.02. 2026
12–14 Uhr Gedenken auf den Friedhöfen Hanau · Offenbach · Dietzenbach
20 Uhr Jugendbündnis Trauermarsch 📍Freiheitsplatz
21.30 Uhr Gedenken an den Tatorten 📍Heumarkt & Kesselstadt
21.02.2026 | 16 Uhr
📍 Hanau Marktplatz
Kundgebung und Demonstration Jugendbündnis
Sechs Jahre danach – SAY THEIR NAMES
Wir stehen kurz vor dem sechsten Jahrestag.
Jedes Jahr, jeden Monat nennen wir neun Namen – und meinen alle Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Wir gedenken aller. Und wir meinen alle.
Seit sechs Jahren leben wir mit Schmerz und Wut. Sie sind Teil unseres Alltags geworden. Für die Angehörigen bedeutet Erinnern, die Geschichte immer wieder zu erzählen – so, wie sie geschehen ist. Gegen das Vergessen. Gegen die Verharmlosung. Gegen das Verdrehen der Wahrheit.
Ihre Namen sind eine Anklage. Sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen – im Alltag, in Behörden, in Politik, in Medien und in den Sicherheitsapparaten. Dort, wo weggesehen, relativiert und geschwiegen wird. Dort, wo Warnungen ignoriert und Betroffene nicht gehört werden.
Betroffenheit und Lippenbekenntnisse reichen nicht. Der Staat ist seiner Bringschuld nicht nachgekommen – bis heute nicht.
Ohne juristische Aufklärung und kritische Aufarbeitung bleibt alles, wie es immer war:
Die Straflosigkeit in den Behörden geht weiter.
In einer Zeit, in der die Gefahr einer rechtsextremen Regierung real ist, sagen wir klar: Nie wieder ist jetzt.
Wir fordern genaues Zuhören und echte Solidarität mit den Betroffenen. Solange wir nicht als gleichwertiger Teil dieser Gesellschaft anerkannt werden, sind rechte Gewalt und Ausgrenzung keine Ausnahme – sie sind die Folge dieses Zustands. Für die Verantwortlichen darf es kein „Weiter so“ geben. Nicht für die, die schweigen. Nicht für die, die wegsehen. Nicht für die, die vertuschen. Und nicht für die, die Täter schützen statt der Opfer.
Unsere Botschaft zum sechsten Jahrestag ist klar:
Erinnern heißt verändern.
Erinnern heißt handeln.
Erinnern heißt kämpfen.
Erinnern heißt, zusammenzukommen und aufeinander achtzugeben.
Darum rufen wir dazu auf, am 19. Februar gemeinsam zu erinnern und SAY THEIR NAMES überall sichtbar zu machen.
Laut.
Sichtbar.
Solidarisch.
SAY THEIR NAMES.
Immer.
Überall.